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Zum Programm «von Leben, Liebe und Leid»Die Musiker der Renaissance, zu Beginn Josquin und Janequin, später Monteverdi und Gesualdo, legen in ihren Vokalkompositionen die Vielfalt möglicher menschlicher Empfindungen frei.«Alles Leiden der Welt ist nur ein Vergnügen gegenüber dem meinigen …» - der Verfasser des Textes von Josquin des Prez’ (1450-1521) «Plusieurs regretz» hat bereits in diesem Satz eines der Hauptgefühle ausgedrückt, die seiner Musik zugrunde liegen. Mit zwei sehr getragenen kontrapunktischen Chansons wird das Konzert eröffnet.Jedoch erweckt das Phänomen «Liebe» über das Leiden hinaus auch andere Ebenen des Lebens. Insbesondere der Franzose Clement de Janequin (1485-1558) bewegt sich in seinen Chansons auf extreme Weise zwischen Leichtigkeit und frivolem Spiel sowie schwerem Leid und Todessehnsucht. Die klare kompositorische Gestaltung greift alle Möglichkeiten zur Ausdrucksgestaltung auf.Claudio Monteverdi (1576-1643), zunächst nur Hofkomponist und -instrumentalist, später jedoch zu größter Berühmtheit als Kapellmeister des Markus-Domes in Venedig avanciert, gilt als der wohl bedeutsamste Vertreter der frühen Oper und der darauf bezogenen Theorien. Er ist somit auch in seiner Madrigalkunst zuständig für die Vervollkommnung des derzeit neuen Musikstils, des «genere concitato», des «erregten», also Gefühle darstellenden, Stils. Die Madrigale im vorliegenden Programm stellen die Vielfalt der Möglichkeiten vor, extreme Emotionen in gesungenerMusik auszudrücken.Als ganz besonders, in der Grenzüberschreitung von geltenden musikalischen Regeln unzeitgemäß und einmalig, stellt sich Carlo Gesualdo, Fürst von Venosa (1566-1613), dar. Die Klänge seiner Madrigale sind Verwirklichung nicht nur der kühnen kompositorischen Phantasien, sondern gleichermaßen Offenlegung der zerrissenen menschlichen Seele. Sie können ebenso als Abbilder seines persönlichen Schicksals wie auch als Zeugnisse des gesellschaftlichen Zustandsdes Kulturadels in der Hochrenaissance zu verstehen sein.Die vertiefenden Kompositionen für Cembalo (Antonio de Cabezon und Girolamo Frescobaldi) sprechen in ihrer Textlosigkeit auf eine eigene sehr intensive Weise die Themenschattierungen des Programms an. Insbesondere die Intabulierungen (in-Tasten-Setzungen von Vokalmusik) führen hier das Instrumentale und das Vokale zusammen.Andreas KrohnJanuar 2019





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